Seite aus dem Rechnungsbuch der Freiwilligen Feuerwehr Etting für das Jahr von Juli 1873 bis Juli 1874

Freiwillige Feuerwehr Etting im Jahre 1900 nach einer Inspektion
Die Aufnahme zeigt ein altes Stück Etting
- hinten die Kirche, links ein Teil des alten Schulhauses -

Von links nach rechts: Haller Peter, Donaubauer Georg (Zimmermeisterschorsch), Kreitmeier Franz (Vereinsdiener), Winkelbeiner Irenäus (Zugführer der Steiger), Mader Josef (Gruppenführer der Spritzenmannschaft), Lanzensberger Michl, Donaubauer Josef (Kolb), Donaubauer Michl (Vorstand), Katzenbogen Quartan, Seemeier Franz (Regent - Kommandant, mit weißem Helmbusch), Appel Anton (Adjudant), Meindl Kaspar, Waschbichler Johann, Wittmann Richard (Requisitenmeister)
Auf der Leiter von links: Donaubauer (Kathl Melchior), Besel Josef, Sangl Hans, Mader Rupert (Ander), Gaul Johann (Schneidabatl alahagronischlileori), Solbeck Josef (Feigentoma), Schlamp Ludwig, Donaubauer Peter, Weidenhiller Quartan, Scharrer Alois (Hornist bzw. Signalist), Kraus Johann, Lins Johann
Davor: Wallenberger Josef (Kollerbauer), Trini Michl, Herker Josef, Vollnhals Thomas (Wegmacher), Appel Johann, Weidenhiller Lorenz (Gruppenführer der Spritzenmannschaft)

Geschichtliches


Im Jahre 1869 wurden per Erlaß alle Gemeinden aufgefordert, eine Feuerwehr zu gründen. So beschäftigten sich auch in Etting im Jahre 1872, nach dem deutsch-französischen Krieg, die Herren Franz Seemeier, Melchior Haller, Lorenz Weidenhiller und Andreas Donaubauer mit dem Aufbau einer Freiwilligen Feuerwehr. Aus alten Protokoll- und Rechnungsbüchern geht dann auch hervor, dass die Ettinger Wehr am 7. Juli 1873 gegründet wurde. Zu diesem Zeitpunkt leisteten 76 Mann aktiven Feuerwehrdienst. Der erste Gesamtjahresbeitrag betrug 69 Mark und 18 Kreuzer. Wörtlich heißt es dabei im Kassenbuch:
"Herr Johann Weidenhiller, Ökonom von hier, bezahlte den größten Jahresbeitrag zu 3 Mark, was Nachahmung verdiente."

Wie viele andere Feuerwehren, schlossen sich auch die Ettinger dem Bezirks-Feuerwehr-Verband Ingolstadt an. Aus einer Aufstellung vom Juni 1898 geht hervor, dass diesem Verband 41 Gemeinden mit insgesamt 3085 Feuerwehrmännern angehörten. Die Ettinger Wehr war mit 90 aktiven Mitgliedern vertreten. Nur mit einer Tragleiter, einer Saugspritze und 200 m Schlauchwerk ausgerüstet, bekämpften sie so manchen Brand. Im Jahre 1896 konnten die Feuerwehrleute uniformiert werden. Inzwischen war auch eine Saug- und Druckspritze angeschafft worden. Das Löschwasser musste jedoch, mangels Hydranten, von Brunnen gepumpt oder mit Odelfässern vom nahen Retzbach geholt werden. Diese mussten mit Kübeln gefüllt werden, was natürlich auch einige Zeit in Anspruch nahm. Da aber jedes Haus seinen eigenen Brunnen hatte, war die Wasserversorgung zumindest vorübergehend sichergestellt. Allerdings waren die Brunnen bald buchstäblich leergepumpt.

Eine Feuerwehrübung von 1917 wurde folgendermaßen beschrieben: "Wir haben unsere Schläuche in den Brunnen g’hängt und das Wasser aufs Stadldach gespritzt. Und wenn der Brunnen leerpumpt war, sama zum Wirt zum lösch’n ganga".

Bei diesen Übungen mussten die Feuerwehrmänner die immerhin schon fahrbaren Geräte selbst ziehen, bei wirklichen Bränden wurden Pferde eingespannt. Dafür gab es einen genauen Einsatzplan, in welchem festgelegt war, welcher Bauer die Pferde für die Pumpe oder für die Spritze zur Verfügung stellen musste.

Am 15. Juli 1923 beging die Freiwillige Feuerwehr Etting das 50-jährige Gründungsfest. Die Kosten dieses Festes wurden aufgrund der enormen Inflation auf 300.000 DM beziffert. Die Finanzierung sollte auf der Basis einer Festumlage pro Mitglied von 2.000 DM geschehen. Das übrige sollte der Gemeinderat beisteuern. Als Gäste waren damals die Freiwilligen Feuerwehren aus Gaimersheim, Gerolfing, Kösching, Wettstetten, Oberhaunstadt und Ingolstadt, die Herren Oberamtmann Ott, Bezirksvertreter Hallermeier und sein Stellvertreter Seiler sowie Bürgermeister Lindl aus Kösching gekommen.

Am 3. Februar 1929 schrieb der damalige Schriftführer, Sebastian Lins, einen Nachtrag mit folgendem Inhalt ins Protokollbuch:
"Ich halte es für meine Pflicht, einen ganz außerordentlichen unliebsamen Zwischenfall, ein Ereignis, welches die Feuerwehr Etting noch nicht erlebt hat, - hier in diesem Protokollbuch zu verewigen ! - Kaum hatte die Ballmusik ihre ersten zum Tanz einladenden Weisen erklingen lassen, erscholl um 8:45 Uhr abends das neue Feueralarmsignal an unser Ohr! Bei dem Feuerwehrkameraden Johann Katzenbogen (genannt Zimmerer !) brennts !!! So wurde zur Türe hereingerufen, und die Kirchenglocken bekräftigten durch Alarmgeläute die traurige Wahrheit!
Es war am 2. Februar 1929 abends um 8:45 Uhr bei 40 Grad Kälte, wo eine ruchlose Hand sein abscheuliches Werk vollendete ! - Aber durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr Etting und durch tatkräftige Unterstützung der Nachbarn und der ganzen Gemeinde, konnte "Gott sei es gedankt" das Feuer auf den Herd beschränkt werden. Dem Brandleider Kamerad Katzenbogen ist ein erheblicher Schaden zugefügt worden, trotzdem mit aller Umsicht gewaltet wurde und nicht ein einziges Stück abhanden gekommen ist.-
Dieses zur steten Erinnerung, an diesem tragischen Ereignis, und der Freiw. Feuerwehr Etting, soll letztens zur Ehre gereichen! Während am Brandplatz umsichtige Leute ihres Amtes walteten und durch Kommandanten Donaubauer die Feuerwache gehalten und fungierte, hielt unser rühriger Vorstand mit den "Nichtbediensteten" seine am gleichen Tage anberaumte Christbaumversteigerung ab.
Die, während des Löschens eingefrorene Feuerwehrspritze musste erst später aufgetaut werden. In den Tageszeitungen wurde der Freiw. Feuerwehr Etting öffentlicher Dank durch die Familie Johann Katzenbogen gezollt."

Der Originaleintrag vom Schriftführer Sebastian Lins ist nachfolgend abgebildet, danach folgt der Bericht der Tageszeitung (DonauKurier) von damals.

1930 erhielt die Gemeinde eine fahrbare Leiter und 1941 eine Motorspritze. Eine Gesamtschlauchanlage mit einer Länge von einem halben Kilometer ermöglichte damals eine Brandbekämpfung in allen Teilen der Gemeinde. Der Mitgliederstand betrug zu dieser Zeit 132 aktive und 7 fördernde Mitglieder.
Am 20. September 1933 wurde für das noch lebende Gründungsmitglied, Franz Seemeier, das Ehrenbürgerrecht nebst Urkunde beantragt. Diese wurde ihm am 22. Oktober 1933 von Bürgermeister Speth, anlässlich des 60-jährigen Jubiläums, im Gasthaus Sternwirt verliehen.
Während des 2. Weltkrieges wurde der Brandschutz von den Frauen und alten, nicht mehr kriegstauglichen Männern Ettings aufrechterhalten. Es wurden auch Löscheinsätze in Ingolstadt und Umgebung durchgeführt.
1946 wurde die Organisation innerhalb der Wehr neu eingeteilt. Die verbliebenen Aktiven wurden in einen 1. Motorzug (die Eifrigsten), einen 2. Motorzug (als Ersatz), einen Handspritzenzug, einen Steigerzug und einen Schlauchwagenzug eingeteilt. Die Maschinisten der beiden Motorzüge waren abwechselnd für die Einsatzbereitschaft der Motorspritzen verantwortlich.

Trotz all dieser Schwierigkeiten feierte man am 21. Aug. 1949 das 75-jährige Gründungsjubiläum mit einem Gesamtmitgliederstand von 120 Personen, wovon 35 aktiv im Brandschutz tätig waren.
Vormittags wurden die auswärtigen Gäste mit Musik am Dorfeingang empfangen und die greisen Jubilare wurden gar mit Landauern von ihren Wohnungen abgeholt und zum Festplatz gebracht. Am Nachmittag des gleichen Tages stellte sich die Ettinger Wehr einer Inspektion, in der sie bewies, dass sie jeder größeren Aufgabe gewachsen ist.


Auf dem Bild befinden sich von links: Scharrer Alois, Herker Josef, Vollnhals Thomas, Donaubauer Peter, Müller Josef, Schlamp Ludwig, Strobl Sebastian, Schmid Franz, Mader Josef, Solbeck Josef, Maier Max

Im Oktober 1954 wurde erstmals das Thema Feuerschutzabgabe behandelt, da das Interesse der Jugendlichen an der Feuerwehr gering war, Wehrmänner nicht zu Übungen erschienen und die Disziplin nicht die beste war. Hier hieß es, dass alle gesunden männlichen Einwohner von 18 bis 40 Jahre als feuerwehrpflichtig zu erklären seien und eine Abgabe an die Gemeinde leisten sollten, falls sie nur einmal unentschuldigt einer Übung fernblieben. Dieser Antrag wurde an die Gemeinde gestellt, die Feuerschutzabgabe jedoch nie erhoben.
Am 1. April 1962 wurden erstmals wieder Leistungsprüfungen abgehalten. Es waren 2 Gruppen, die sich unter der Führung unseres jetzigen Ehrenkommandanten, Michael Weidenhiller, daran beteiligten. Das Bild auf dieser Seite zeigt die Aufstellung einer Gruppe, unter der Leitung von Gruppenführer Stefan Lechermann vor der Prüfung.

Auf dem Bild von links: Lechermann Stefan, Wolf Peter, Seemeier Ludwig, Heß Franz, Scheidl Melchior, Hainzinger Alois, Schmid Franz, Donaubauer Quirin, Kreitmeier Franz

 

Am 8.Juli 1962 wurde zum Stolz aller Feuerwehrmänner, verbunden mit dem 90-jährigen Gründungsfest, eine neue Fahne angeschafft, die damals komplett mit Fahnenstange, Hülle und Tragriemen 1.600 DM kostete. Finanziert wurde sie durch Haussammlungen und sonstige Spenden. Diese Fahne wurde durch Herrn Professor Brummet auf dem festlich geschmückten Dorfplatz feierlich geweiht. Als Schirmherr fungierte Ehrenkommandant Alois Rieder, die Patenschaft übernahm die Freiwillige Feuerwehr Gaimersheim. Am Festzug nahmen, bei herrlichem Sommerwetter, über 40 Vereine aus der Umgebung teil.

Das obere Bild zeigt Schirmherr Alois Rieder bei der Aufstellung im Schloßwirthof, dahinter die Festmädchen und Festdamen
Auf dem unteren Bild sind die Festdamen und -mädchen mit der neuen Fahne vor dem Bierzelt zu sehen

Hintere Reihe: Maria Reichart, Kommandant Michael Weidenhiller, Strobl Georg, Roland Peter (Fahnenbegleiter), Josef Donaubauer (Fahnenträger), Fahnenbraut Katharina Heß, Josef Scheidl (Fahnenbegleiter), Marianne Strobl, Ehrenkommandant und Schirmherr Alois Rieder, Leni Kreitmeier, Edeltraud Lechermann, Anni Brückl, Brigitte Müller, Fanny Weidenhiller, davor die Festmädchen

Aus dem Erlös des Festes wurde der Gemeinde ein Betrag von 4.800 DM zum Ankauf eines Feuerwehrautos mit neuer Motorspritze zur Verfügung gestellt.

Der Bevölkerungszuwachs der Gemeinde und die vielfältigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr machten die Anschaffung eines selbstfahrenden Löschfahrzeugs erforderlich. Unterstützt durch die Tatsache, dass die alte Motorspritze zum wiederholten Male, auch bei Inspektionen, den Dienst versagte, wurde dann im Jahre 1963 ein Löschfahrzeug des Typs TSF 8 angeschafft.

Das Bild zeigt die Ettinger Abordnung bei der Abholung des TSF 8 bei der Fa. Ziegler.
Von links: Bürgermeister Josef Weidenhiller, Konrad Lechermann, Franz Heß, Peter Wolf, Otto Brückl, Georg Strobl und ein Mitarbeiter der Fa. Ziegler.

 

In den Jahren 1965/1966 war die Anzahl der aktiven Feuerwehrmänner so gering, dass die im Jahre 1954 erstmals entfachte Diskussion über eine Feuerschutzabgabe erneut auf den Tagesordnungen der Generalversammlungen erschien. Es galt wiederum, junge gesunde Männer für den Feuerwehrdienst zu gewinnen, um die nötige Schlagkraft der Wehr zu gewährleisten. Dies gelang der damaligen Führung 1967 mit der Aufnahme vieler Jugendlicher in die Freiwillige Feuerwehr, wozu natürlich, wie auch heute, gute Öffentlichkeitsarbeit und Werbung gehörten.
Die Eingemeindung des Ortes zur Stadt Ingolstadt im Jahre 1972 wirkte sich auch auf die Freiwillige Feuerwehr von Etting aus. Der Verein blieb zwar bestehen, doch die aktive Gruppe wurde der Feuerwehr Ingolstadt unterstellt.
Die 100-Jahrfeier wurde am 23./24. Juni 1973 in kleinem Rahmen begangen, da weder ein Festplatz noch ein größerer Garten von den Ettinger Gasthausbesitzern zur Verfügung gestellt wurde, um ein Festzelt aufzustellen. So ging man in das Pfarrheim, wo am Samstag Abend alle Ehrungen vorgenommen wurden. Der Sonntag stand dann im Zeichen der Feuerwehr mit Fahrzeugschau und Vorführungen der neuen Technik, wie sie in der Stadt Ingolstadt installiert war. Dies alles wurde auf dem Dorfplatz durchgeführt.

Am 13. Oktober 1979 konnte die Freiwillige Feuerwehr Etting ein neues Feuerwehrgerätehaus beziehen und das alte Gerätehaus, welches in der alten Schule untergebracht war und schon lange nicht mehr den Anforderungen entsprach, verlassen werden. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf 660.000 DM, die Bauzeit betrug nicht ganz ein Jahr. Ebenso wie mit dem Feuerwehrgerätehaus, verhielt es sich auch mit dem inzwischen 16 Jahre alten Feuerwehrauto. Die vielfältigen Aufgaben in dem größer gewordenen Ort konnten damit nicht mehr bewältigt werden, so dass gleichzeitig mit der Einweihung des Gerätehauses auch ein modernes Löschgruppenfahrzeug des Typs LF 8 in Dienst gestellt wurde.

Unser Feuerwehrgerätehaus im Einweihungsjahr 1979

 

Vom 8. bis 10. Juli 1983 wurde das 110-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Etting gebührend gefeiert. Dieses Fest war ein voller Erfolg, dank des unermüdlichen Einsatzes aller Beteiligten, besonders des Festausschusses. Damals betrug die Gesamtstärke der Feuerwehr 61 aktive Feuerwehrmänner, wovon 28 zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet waren. Diese Ausbildung ist eine der wichtigsten im Brandschutz, denn die Brandbekämpfung bei Zimmerbränden ist heutzutage ohne Atemschutz undenkbar.
Im August 1987 erhielt die Ettinger Wehr ein Mehrzweckfahrzeug vom Typ VW-Bus. Damit waren wir endlich in der Lage, unsere Übungen noch besser zu gestalten, da mit mehr Personal ausgerückt werden konnte.
1983 wurde anlässlich des 110-jährigen Bestehens unseres Vereins ein Tag der offenen Tür durchgeführt, der besonders bei den Kindern sehr gut ankam. Gezeigt wurden dabei Löschgeräte von der Jahrhundertwende bis zum heutigen Tag sowie sehr eindrucksvolle Vorführungen von Fett- und Spraydosenexplosionen. An diesem Tag wurde auch unsere restaurierte Standarte in der Ettinger St. Michael-Kirche, während eines Gedenkgottesdienstes für unsere verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden, feierlich geweiht.
Am 23.05.1993 beging die Freiwillige Feuerwehr Etting das 120-jährige Gründungsfest. Damals wurde beschlossen, nur in kleinem Rahmen zu feiern und dieses Jubiläum als Eintagesfest durchzuführen. Als Festplatz wurde der Feuerwehrhausvorplatz gewählt. Als "Festzelt" bzw. als Sonnen- und Regenschutz wurde ein Fallschirm, der Jahre zuvor von allen Ettinger Vereinen angeschafft wurde, aufgestellt.
Diese Feier wurde dann bei herrlichem Wetter im Kreise der Ettinger Vereine durchgeführt, was durch die Tatsache bekräftigt werden kann, dass am 21.07.1996 auf dem gleichen Platz das 110-jährige Gründungsjubiläum der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Etting stattfand. Auch der neue Ettinger Pfarrer Josef Mederer, der seit 29.07.1997 die Ettinger Pfarrei leitet, wurde auf diesem Platz von allen Ettinger Vereinen mit Fahnenabordnungen begrüßt, bevor er seinen ersten Gottesdienst in der St. Michaels-Kirche zelebrierte.
Zu diesem Zeitpunkt liefen für die FF Etting bereits die Vorbereitungen auf das 125jährige Gründungsfest auf vollen Touren. Der Festausschuss für die Vorbereitung und Durchführung des 125-jährigen Gründungsjubiläums wurde in der Vorstandssitzung am 27. Oktober 1996 gegründet. Auf der Generalversammlung am 06. Januar 1997 wurden alle Vereinsmitglieder befragt, ob sie für oder gegen dieses Ansinnen sind, 1998 unser Jubiläum zu begehen. Auch die Versammlung stimmte für das Fest, so dass bereits am 26. Januar 1997 die erste Festausschusssitzung stattfinden konnte


Der Festausschuss zur Durchführung des 125-Jährigen Jubiläums


Die Festdamen und Festkinder als Umrahmung der Aktiven beim 125-Jährigen Jubiläum

Zur Ausrüstung der FF Etting gehört zur Zeit ein Ölsperrenanhänger, mit dem Flüsse bis zu einer Breite von 200m abgesperrt werden können. Dies wurde desöfteren auf der Donau in Zusammenarbeit mit Bundeswehr, THW und Berufsfeuerwehr erprobt. Auch Bäche können mittels eines Ölschadensanhängers von Öl befreit werden. Des weiteren steht uns ein Beleuchtungsanhänger zur Verfügung.
Im Januar 1998 erhielt die FF Etting eine Poly-Löschanlage, die im LF8 installiert wurde. Diese Anlage enthält 100 Liter Schaum, der mit einem Druck von ca. 10bar auf ein brennendes Objekt auftrifft. Mit dieser Anlage sind wir in der Lage, ein brennendes Fahrzeug zu löschen, unabhängig davon, ob sich ein Hydrant in der Nähe befindet, um Wasser entnehmen zu können. Der erforderliche Druck wird von einer Sauerstoffflasche geliefert.

In den Jahren 1999 und bis Anfang des Jahres 2000 wurden von einigen Ingolstädter Nebenwachen Vorstöße zur Wiedererlangung der Selbständigkeit unternommen. Am Ende des Jahres 2000 wurden dann auch bereits die ersten Kommandanten ernannt, nachdem diese von den Mannschaften gewählt wurden.

Die neuen Technologien machten natürlich auch vor unserer Wehr nicht halt und so wurde Ende des Jahres 2001 die Ettinger Feuerwehr ins weltweite Datennetz gestellt. Auf der Generalversammlung der Feuerwehr, die traditionsgemäß am 06.Januar durchgeführt wird, wurde sie den Mitgliedern vorgestellt, nachdem sie zuvor von den Vorstandskollegen genehmigt wurde.

Im Jahr 2003 wurde das in die Jahre gekommene LF8 durch ein neues Fahrzeug vom Typ LF 8/6 ersetzt. Dieses Fahrzeug verfügt über einen 600l-Wasser- und 60l-Schaummitteltank. Außerdem ist eine Motorsäge mit an Bord sowie ein Stromaggregat.

2012 wurde erstmals eine Florianswallfahrt gemeinsam mit den Wehren aus Wettstetten, Lenting, Hepberg und Echenzell durchgeführt. Ausgerichtet wurde sie von den Kameraden aus Wettstetten.

Anfang 2013 wurde die aktuelle Homepage überarbeitet und erhielt ein neues Gesicht. Das 140-jährige Gründungsfest wurde als Tagesfest mit den Ettinger Vereinen und den Feuerwehrvereinen aus Gaimersheim (Patenverein) und Wettstetten gefeiert. Vormittags war eine Messe für die verstorbenen Mitglieder und Gründer der FF Etting und am Nachmittag fanden Vorführungen statt. Besonders freute uns die Teilnahme der FF Pleystein, mit der wir seit 1979 ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegen. Das war auch der Grund, warum sich beide Wehren entschlossen, einen gemeinsamen Ausflug zu organisieren, um mehr Zeit für die andere Gruppe zu haben.

Jugendarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Etting

Die Gewinnung jugendlicher Nachwuchskräfte ist immer ein zentrales Thema, das wir mit teilweise großem Erfolg durchführten, in den letzten Jahren aber immer schwieriger wurde. Früher kamen viele von selbst, heute erleben wir Jahre ohne Jugendzuwachs. Wir werden zwar immer noch alljährlich von den Kindern der Ettinger Schule und des kirchlichen Kindergartens besucht und die Kinder sind sehr interessiert gegenüber der Arbeit der Feuerwehr, zeigen aber mit zunehmendem Alter kein großes Interesse mehr am Ehrenamt.


Besuch des katholischen Ettinger Kindergartens, St. Raphael


Besuch einer 3. Klasse der Ettinger Schule

1994 verfügten wir über 20 Jugendliche unter 18 Jahren, bei einer Gesamtstärke von 60 Aktiven, die mit ihrem Einsatz und ihrer Begeisterungsfähigkeit zu besonderen Leistungen angespornt werden konnten. Sie belegten beim 1. Stadtjugendfeuerwehrtag im Ingolstädter Klenzepark, wo sie 3 Gruppen bildeten, unter 17 teilnehmenden Mannschaften die Plätze 1, 4 und 7 und erhielten außerdem den Ehrenpreis des Oberbürgermeisters der Stadt Ingolstadt, Peter Schnell.


Das Bild zeigt unsere 3 Gruppen mit Betreuern, Schiedsrichtern und Oberbürgermeister Peter Schnell beim 1. Stadtjugendfeuerwehrtag am 1. Okt. 1994 im Klenze-Park

Am Bundesjugendfeuerwehrtag 1995 in Bad Reichenhall nahm eine Gruppe aus Etting teil, um dort die Stadt Ingolstadt zu vertreten. Grund dafür war das Interesse, an einem solchen Wettkampf teilzunehmen. Außerdem war auch nur die Ettinger Jugendfeuerwehr in der Lage, genügend Personal für die Teilnahme zu stellen. Es konnte zwar nur Platz 15 von 23 erreicht werden, dies lag jedoch daran, dass das Durchschnittsalter unserer Jugendlichen sehr hoch war und die Leistung deshalb anders gewertet wurde.


Die Ettinger Jugendgruppe in Bad Reichenhall

 

An der Bayerischen Landesausscheidung zum Internationalen Jugendwettkampf 1996, der in Oberhaunstadt durchgeführt wurde, nahmen wir ebenfalls teil und konnten Platz 4 erreichen. Erstmals in der Ettinger Feuerwehrgeschichte konnten 1996 2 junge Damen aufgenommen werden. Am Stadtjugendfeuerwehrtag, der in diesem Jahr durchgeführt wurde und an dem wir mit 4 Gruppen teilnahmen, belegten wir die Plätze 3, 8, 10 und 11.

Im Mai 1997 beteiligte sich unsere Jugendgruppe an der Oberbayerischen Ausscheidung zum Bundeswettbewerb im Münchner Dantestadion, wo sie unter 24 Gruppen den 8. Platz erreichte. Am 07. Juni 1997 wurde anlässlich des 125-jährigen Gründungsfestes in Hepberg ein Kreisjugendfeuerwehrtag durchgeführt, an dem 82 Gruppen teilnahmen.

Den überwiegenden Teil machten Jugendgruppen aus dem Landkreis Eichstätt aus. Die Gruppe aus Etting, als Vertreter der Stadt Ingolstadt, konnte hier einen beachtlichen 16. Platz belegen. Außer dem Aufbau einer kompletten Wasserversorgung, mussten eine Unfallstelle richtig abgesichert und Verletzte geborgen werden. Auch hier zeigte sich der hohe Ausbildungsstand und die Motivation unserer Jugend.


Die Ettinger Jugendgruppe beim 2. Stadtjugendfeuerwehrtag im Ingolstädter Klenze-Park

Aber nicht nur in feuerwehrtechnischen Dingen ist unsere Jugendgruppe zu solchen Leistungen fähig. Der vom Stadtbrandinspektor Ralf Netter gestiftete Wanderpokal für eine Radl-Gaudirallye wurde 2mal hintereinander von unserer Jugend gewonnen, den 3. Sieg trug eine Mannschaft aus Friedrichshofen davon, so dass wir den Pokal 1997 abgeben mussten.

Zusammenfassung

Dass Brandschutz längst kein Schwerpunkt in der Arbeit der Feuerwehren mehr ist, weiß inzwischen jeder. In erster Linie beschäftigen wir uns heute mit technischer Hilfeleistung. Sei es das Bergen Verletzter aus Kraftfahrzeugen, Schutz vor Überschwemmungen mit Hilfe von Sandsäcken, Retten von Tieren aus Ställen oder von Bäumen, Beseitigung von ausgelaufenen Ölen auf Wegen oder vom Wasser mit Hilfe von Ölsperren, Auspumpen von Kellern nach Unwettern und vieles mehr. Dies tun unsere Aktiven zum Wohle aller, die Hilfe brauchen, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Sie führen ihren Dienst uneigennützig und teilweise unter Einsatz ihres eigenen Lebens aus, um anderen zu helfen und deren Leben, Hab und Gut zu schützen. Daraus ergeben sich auch unsere Prinzipien, "Retten, bergen, löschen und schützen". Genau diese Reihenfolge ist für unsere Arbeit oberstes Gebot. Bei unseren ständigen Übungen (ca. 23 Übungen in den Sommermonaten, 8 theoretischen Unterrichten in den Wintermonaten, 6 Atemschutzübungen und 2 Funkerübungen) wird das Retten von Menschen aus brennenden Gebäuden genauso trainiert, wie der normale Löschaufbau. In unzähligen Leistungsprüfungen beweisen wir immer wieder erfolgreich, dass wir einen sehr guten Ausbildungsstand haben und diesen durch unsere Arbeit auch weiterhin versuchen zu erhalten, damit wir für jeden Ernstfall gerüstet sind.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird bei der FF Etting großgeschrieben. So ist heute fast keine Veranstaltung ohne die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren mehr durchführbar. Sie sperrt Straßen für Umzüge, Bittgänge und Wallfahrten oder hilft bei der Bewässerung von Sportanlagen.

Wenn sich im Laufe von mehr als 140 Jahren auch viel geändert hat, eines hat sich in der Freiwilligen Feuerwehr Etting bis heute unverändert erhalten und das ist unser Leitspruch, der da lautet:

" Einer für Alle, Alle für Einen "